Blumenfeld

Blumenfeld wurde zum ersten Mal im Jahr 1100 urkundlich erwähnt mit der Nennung "Blumenegg". Bereits lange vor der Entstehung der Stadt haben sich hier Menschen niedergelassen. So wurden in den Gewannen "Einfang" und "Hintere Breiten" jungsteinzeitliche Siedlungsreste und im Waldgewann "Langholz" 15 hallstattzeitliche Grabhügel gefunden.

alter Stich

Die Stadt Blumenfeld ging aus einer mittelalterlichen Burganlage hervor. Als Zeitpunkt der Stadterhebung werden die Jahre um 1275 angenommen. Die Stadtgründung geht wohl auf die damals hier ansässigen Herren von Blumberg zurück. Die Stadt war Teil einer kleinen Herrschaft, zu der außer Blumenfeld noch die Dörfer Beuren am Ried, Epfenhofen, Leipferdingen, Watterdingen und Weil zählten und die seit 1488 der Deutschordenskommende Mainau gehörte. Hinsichtlich der Landeshoheit unterstanden Stadt und Amt Blumenfeld bis 1805 der seit 1465 österreichischen Landgrafschaft Nellenburg.

Von dieser hatte allerdings der Deutschorden die Hohe Gerichtsbarkeit und den Blutbann sowie die Forst- und Jagdhoheit als Pfand inne.

Schloß im Winter

Mit der Deutschordenskommende Mainau kamen Blumenfeld und Tengen-Hinterburg 1806 an das Großherzog-tum Baden. Blumenfeld blieb aber noch rund 50 Jahre lang, bis 1857, eine badische Amtsstadt mit einem verhältnismäßig großen Amtsbezirk. 1857 wurde der Amtsbezirk Blumenfeld aufgehoben, die Gemeinden wurden dem Amtsbezirk Engen zugeteilt. Nach Engen kam ebenfalls 1864 das Amtsgericht Blumenfeld. Das Marktrecht war der Stadt im Jahre 1449 durch Kaiser Friedrich 111. verliehen worden. Blumenfeld hatte das Recht, am Montag nach St. Michael einen Jahrmarkt abzuhalten, doch gedieh dieser Markt - trotz mehrfacher Versuche - nicht.

Im Laufe der Jahrhunderte hat Blumenfeld wie auch die anderen Städte und Gemeinden zum Teil recht stürmische Jahre erlebt.

Stadtansicht

Im Krieg der schwäbischen Städte gegen den räuberischen Hegauadel in den Jahren 1441/42 versuchte das Städteheer vergeblich, Blumenfeld einzunehmen hingegen wurde Tengen-Hinterburg in Brand geschossen und erobert. Auch die umliegenden Ortschaften hatten damals schwer unter der Last des Krieges zu leiden. Im Schweizer- oder Schwabenkrieg 1499 wurde Blumenfeld nach kurzer Belagerung von den Schweizern eingenommen, geplündert und verbrannt. Im Dreißigjährigen Krieg erlitt die Stadt mehrere Überfälle, Einnahmen und Plünderungen, doch blieb sie damals anscheinend vor größeren Zerstörungen verschont. Auf den Fundamenten der 1499 durch die Schweizer zerstörten Burg errichteten zwischen 1500 und 1515 die Deutschherren der Mainau einen Neubau, es handelt sich dabei um den älteren Teil des Schlosses.

1578-1582 erfolgte die Erweiterung des Schlosses in Richtung Stadt. Bis 1805 war dieses Gebäude Amtshaus der Amtmänner des Deutschen Ordens, von 1806 bis 1857 badisches Bezirksamt und danach noch bis 1864 Amtsgericht. Anschließend wurde im Schloss die Erzbischöfliche Erziehungsanstalt St. Joseph für arme Kinder untergebracht, die dann 1874 infolge des Kulturkampfes aufgehoben und nach Riegel bei Freiburg verlegt wurde. Das Schloss war dann von 1874 bis 1876 unbewohnt. Anlässlich eines im Jahr 1876 in der Nähe abgehaltenen Manövers war das Schloss einige Wochen Feldlazarett. Im gleichen Jahr wurde es dann von zwölf Verbandsgemeinden des ehemaligen Amts Blumenfeld um 12 000 Mark erworben und in ein Armen- und Krankenhaus umgewandelt. Es diente dann als Altersheim bis zum Jahr 1973.

Römerstraße

Durch eine einmalige Freiwilligskeitsaktion von Bürgern der Verbandsgemeinden in den Jahren 1976 bis einschließlich 1978 wurde das Schloss vor dem Zerfall bewahrt.

Die Deutsche Burgenvereinigung e.V. hat das Deutschordensschloss Blumenfeld in die "Perlen deutscher Burgen und Schlösser" aufgenommen. Weitere Informationen finden Sie unter www.burgenperlen.de.

Im Jahr 1980 wurde vom Zweckverband mit einem Neubau begonnen, der die um die Jahrhundertwende errichteten Anbauten an das Schloss (Küche, Vorratsräume usw.) ersetzte. Bevor das Rathaus 1908 außerhalb der Stadtmauern erbaut wurde, befanden sich die Amtszimmer in gemieteten Räumen des Kaplaneihauses, einem 1750 errichteten, zweigeschossigen, nahezu quadratischen Gebäudes mit Walmdach und rundbogigem Tor. Der Rathausneubau von 1908 beherbergte auch die Schule bis zu ihrer Auflösung im Jahr 1966.

Stadtansicht
 

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